Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

Der Gewöhnliche Wasserdost -

Pflanze der Heiligen Kunigunde


  • Bedeutung des Gewöhnlichen Wasserdost für Biodiversität und menschliches Wohlbefinden
  • Die Bedeutung des Gewöhnlichen Wasserdost in der Kosmetik und Körperpflege
  • Die Bedeutung des Gewöhnlichen Wasserdost in der Heilkunde
  • Der Gewöhnliche Wasserdost - Botanischer Exkurs
  • Der Gewöhnliche Wasserdost – ein Insektenmagnet

Bedeutung des Gewöhnlichen Wasserdost für Biodiversität und menschliches Wohlbefinden


Der Gewöhnliche oder Gemeine Wasserdost (Eupatorium cannabinum) ist eine ausdauernde 50-150 cm hohe Staude mit einem aufrechten, behaarten, reich beblättertem Stängel. Die Pflanze wächst gesellig in sickerfrischen bis -feuchten Auenwäldern und ihren Säumen, auf Waldschlägen und -verlichtungen, an Ufern von Gewässern und an Grabenrändern sowie an feuchten Wegen. Er bevorzugt nährstoffreiche, vor allem kalkhaltige Böden und ist in Europa, Westasien und Nordafrika beheimatet.[10, 15, 21, 36, 46] Wenn der Wasserdost von Juli bis September seine trüb-rosa Blüten entfaltet, zieht er nicht nur auf Grund der großen auffälligen Blütenstände die Aufmerksamkeit der mit offenen Augen durch die Welt gehenden Betrachter auf sich, sondern vor allem auch wegen der zahlreichen Insekten, die sich auf den Blütenständen tummeln. Der Wasserdost übt nämlich eine nahezu magische Anziehungskraft auf Insekten, vor allem auf Schmetterlinge aus. An die 100 verschiedene Insektenarten, davon über 50 verschiedene Schmetterlingsarten konnten bei dem Besuch der Blüten des Gemeinen Wasserdosts beobachtet werden.[11, 17]


Auf seine Vorliebe für feuchte Wuchsstandrote deuten auch die deutschen Namen „Wasserdost“ oder „Wasserhanf“ hin. Die Bezeichnung „Wasserhanf“ verweist zusätzlich auf die Form der Blätter, die an die des Hanfes (Cannabis L.) erinnert. Der deutsche Name „Wasserdost“ nimmt evtl. auf die Form des Blütenstandes Bezug. Im Althochdeutschen heißt „dost“ so viel wie „Strauß, Büschel“, Bezeichnungen, die das Erscheinungsbild des stark verzweigten Blütenstandes treffend charakterisieren.

Die trüb-rosa Blüten des Gewöhnlichen Wasserdost üben eine nahezu magnetische Wirkung auf Insekten, vor allem aber Schmetterlinge, aus. Foto: M. Neitzke

Der wissenschaftliche Gattungsname „Eupatorium“ soll sich von dem Namen des berühmten Königs von Pontos Mithridates VI. Eupator Dionysos (ca. 135 v. Chr. – 63 v. Chr.) ableiten. Pontos war vom 3. Jh. bis zum 1. Jh. v. Chr. ein Königreich an der kleinasiatischen Küste des Schwarzen Meeres. Mithridates VI. Eupator Dionysos (ca. 135 v. Chr. – 63 v. Chr.), ein erbitterter Gegner Roms führte das Königreich Pontos unter seiner Herrschaft zu dem größten und einflussreichsten Königreich Kleinasiens. Aber nicht nur sein Widerstand gegen die Herrschaft des römischen Reichs, sondern auch seine Leidenschaft für die Erforschung der heilenden und tödlichen Wirkung der in seiner Heimat vorkommenden Pflanzen haben ihn berühmt gemacht. Von griechischen und persischen sog. Wurzelschneidern unterrichtet, erwarb er sich, ergänzt auch durch eigene Experimente, ein umfangreiches Wissen über die reiche Pflanzenwelt seines Königreiches. Dieses Wissen nutze er u.a. auch dazu, um seinen Körper durch die kontrollierte Einnahme geringer Dosen von Giften unempfindlich gegen diese zu machen, um sich dadurch gegen Giftanschläge zu wappnen. Seine Kenntnisse gipfelten in der Entwicklung eines berühmten Universalheilmittels gegen Gifte, das Mithridatikum, das aus 54 verschiedenen Pflanzen bestand. Mithridates VI. Eupator Dionysos soll den Wasserdost gegen Leberleiden verwendet haben. Diese Anwendung hat sich in der Traditionellen Medizin vieler Länder bis heute erhalten. Eine Plausibilität dieser Verwendung konnte durch moderne Untersuchungen der Wirkung von Auszügen der Pflanze und ihrer chemischen Zusammensetzung bestätigt werden.[24] 


Das Münzporträt von Mithridates VI. Eupator Dionysos (links) zeigt die stark idealisierte Darstellung des pontischen Königs. Wie sein Vorbild Alexander der Große ließ es sich gerne mit stark gelockten, zerzausten Haaren und energischem nach vorne gerichtetem, Geist, Feuer und Energie ausstrahlendem Blick abbilden, um sich seinen Zeitgenossen als zweiten Alexander zu präsentieren, der die Griechen gegen die Römer verteidigen und beschützen würde. (Replik einer Tetradrachme = Münze zu vier Drachmen, bedeutendste Großsilbermünze der Staaten des antiken Griechenlandes). Der wissenschaftliche Gattungsname „Eupatorium“ für „Wasserdost“ soll auf den pontischen Herrscher zurückzuführen sein, der den Gemeinen Wasserdost (Eupatorium cannabinum, rechts) als Lebermittel in die Heilkunde eingeführt haben soll. Fotos: M. Neitzke

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Wasserdost zu einer Art Universalheilmittel, das sowohl bei Schlangenbissen als auch zur Stärkung der Manneskraft eingesetzt wurde. Viele heute nicht mehr übliche Namen des Gemeinen Wasserdosts nehmen Bezug auf die zahlreichen Anwendungen dieser Pflanze. So verweisen die Bezeichnungen „Leberbalsam, Lebertrost, Leberkraut“ auf den Einsatz der Arzneipflanze bei Lebererkrankungen. Der Name „Herzblume“ zeigt den Einsatz bei Herzleiden an und die Bezeichnung „Mannskraft“ deutet auf die von Hieronymus Bock angenommene potenzsteigernde Wirkung hin. Die hohe Wertschätzung, die die Heilkundigen des Mittelalters dieser bei vielerlei Leiden eingesetzten Pflanze entgegenbrachten, findet ihren Ausdruck auch in der Benennung „Kunigundenkraut“ nach der Heiligen Kunigunde. Dieser Name wird auch heute neben Wasserdost und Wasserhanf verwendet. Die Heilige Kunigunde (975 n. Chr. – 1024 n. Chr.) war die Frau des letzten römisch-deutschen Kaisers Heinrich II. und Schutzpatronin kranker Kinder. Heute vorliegende Kenntnisse der chemischen Zusammensetzung und der Wirkungen von Auszügen des Gemeinen Wasserdost lassen das breite Anwendungsspektrum in der Traditionellen Medizin nicht nur als plausibel erscheinen, sondern eröffnen auch die Perspektive für die Entwicklung neuer Heilmittel auf der Grundlage von Inhaltsstoffen des Gemeinen Wasserdosts, wie beispielsweise in der Therapie von Krebserkrankungen.[1, 14, 20, 24, 25, 35, 39, 43] 


Der Gemeine Wasserdost ist reich an bioaktiven Verbindungen. Als wertvolle Rohstoffquelle ist er daher schon lange nicht mehr nur für die Medizin von Interesse. In der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie wird er zunehmend aufgrund seiner hautpflegenden, antioxidativen, antibakteriellen, antifungiziden, entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften geschätzt. Wirkungen von Auszügen des Gemeinen Wasserdost auf Fäulniserreger und Insekten, die als landwirtschaftliche Schädlinge oder als Krankheitsüberträger eine Rolle spielen, eröffnen die Möglichkeit der Entwicklung von Pflanzen- und Insektenschutzmitteln auf pflanzlicher Basis, die im Ökologischen Landbau eingesetzt werden könnten. Ausfälle die während der Lagerung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen entstehen, könnten beispielsweise reduziert werden. So erwies sich der Gemeinen Wasserdosts bei der Kontrolle des Chinesischen Bohnenkäfers, dessen Larven sich in den Samen von Hülsenfürchten entwickeln, als wirksam.[40] Auch eine Reduktion des Verlustes von Früchten durch Schimmelbefall konnte experimentell gezeigt werde.[9] Durch Abtöten verschiedener Larvenstadien der Südlichen Hausmücke und der Gelbfiebermücke können Auszüge des Gemeinen Wasserdost bei der Bestandsregulierung dieser Insekten wirksam werden.[8]. Der Gemeine Wasserdost kommt als Insekten-Repellent bereits heute bei Hautieren zum Einsatz.


Der Gemeine Wasserdost ist einmal mehr ein Beispiel für eine Pflanze, die nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Aufrechterhaltung unsere heimischen Tier- und Pflanzenvielfalt leistet, sondern auch eine wertvolle Rohstoffquelle darstellt. 

Der Gewöhnliche Wasserdost wird von Insekten bestäubt, diese sorgen für die Aufrechterhaltung der genetischen Vielfalt. Fotos: M. Neitzke

Die Bedeutung des Gemeinen Wasserdost in der Kosmetik und Körperpflege



In der Kosmetikindustrie wird der Gemeine Wasserdost wegen seiner hautpflegenden Eigenschaften geschätzt.[19] Der Gemeine Wasserdost ist reich an bioaktiven Verbindungen. Allein aus der Gruppe der Polyphenole konnten über 600 verschiedene Verbindungen in der Pflanze nachgewiesen werden, in dem ätherischen Öl 65 verschieden Bestandteile. Auszüge des Gemeinen Wasserdosts zeigen daher zahlreiche Wirkungen, die nicht nur seine Verwendung in der Heilkunde erklären, sondern auch in der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie genutzt werden können. Dazu gehören seine antioxidativen, antibakteriellen, antifungiziden, entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften.

Verantwortlich für die beobachteten Eigenschaften ist vor allem das Vorkommen einer Vielzahl von phenolischen Verbindungen.[2, 20, 32, 33] So wirken beispielsweise die nachgewiesenen Phenolcarbonsäuren Kaffeesäure und ihre Derivate, sowie die Chlorogensäure antioxidativ und entzündungshemmend. Dies gilt auch für die ebenfalls zu den Polyphenolen zählenden Flavonoide. Die Gerbstoffe wirken auf der Haut zusammenziehend (adstringierend), entzündungshemmend, reizmildernd, leicht juckreizlindernd und helfen bei der Regulierung des Wasserhaushaltes der Haut. Darüber hinaus ist der Gemeine Wasserdost reich an Terpenen und Phytosterolen. Letztere spielen bei der Regeneration der aus dem Gleichgewicht geratenen Haut eine wichtige Rolle.

Untersuchungen zweier verwandter Arten, dem aus den Regenwäldern Südamerikas stammenden Eupatorium triplinerve und dem in der traditionellen chinesischen Medizin verwendeten Eupatorium lindleyanum, lassen vermuten, dass der Gewöhnliche Wasserdost zusätzlich zu den bereits bekannten Eigenschaften noch über weitere interessante Wirkungen verfügen könnte. Die Auszüge der beiden Arten konnten in Versuchen einer übermäßigen Melaninproduktion in der Haut entgegen wirken, in dem sie das für die Pigmentierung der Haut zuständige Enzym Tyrosinase hemmten.[34] Eine Hyperpigmentierung der Haut hervorgerufen durch eine abnormale Melaninproduktion etwa in Folge einer zu hohen Einwirkung von UV-Strahlung, Verletzungen, Schwangerschaften, Hautalterung oder Medikamenten ist sowohl ein kosmetisches als auch klinisches Problem. Die Kosmetikindustrie ist daher immer auf der Suche nach natürlichen sog. Tyrosinasehemmern, da diese weniger Nebenwirkungen besitzen als die synthetischen.

Die Bedeutung des Gemeinen Wasserdost in der Heilkunde


Aufgrund seines Gehaltes an Pyrrolizidin-Alkaloiden, die in höheren Dosen leberschädigend wirken und Krebs auslösen können, wird der Gemeine Wasserdost in der Phytotherapie heute nicht verwendet. In der Pflanzenheilkunde werden Zubereitungen vor allem aus dem in Nordamerika heimischen Durchwachsenblättrigen Wasserdost (Eupatorium perfoliatum L.) hergestellt, der in seiner chemischen Zusammensetzung dem Gemeinen Wasserdost ähnelt, aber keine Pyrrolizidin-Alkaloide enthält.[36] In der Traditionellen Medizin vieler Länder spielt er dagegen immer noch eine Rolle.[2, 12, 22, 43, 44] In der Volksheilkunde wurde der Gemeine Wasserdost (Eupatorium cannabinum) lange als harntreibendes, abführendes und die Galleabsonderung anregendes Mittel genutzt.[16, 36] Auch für die Behandlung von Kopfschmerzen, Durchfall, Bluthochdruck, erhöhtem Blutzucker (Diabetes mellitus), Fieber, Erkältungen sowie starken Monatsblutungen nutzte man den Gemeinen Wasserdost.[2] Eine äußerliche Anwendung fand bei Geschwülsten, Quetschungen, Prellungen und Hautausschlägen (Exanthemen), zur Stillung von Blutungen und zur Förderung der Wundheilung statt.[2, 12]. Heute vorliegende Kenntnisse der chemischen Zusammensetzung und der Wirkungen von Auszügen des Gemeinen Wasserdost lassen das breite Anwendungsspektrum in der Traditionellen Medizin nicht nur als plausibel erscheinen, sondern eröffnen auch die Perspektive für die Entwicklung neuer Heilmittel auf der Grundlage von Inhaltsstoffen des Gemeinen Wasserdosts, wie beispielsweise in der Therapie von Krebserkrankungen.[1, 14, 20, 24, 25, 35, 39, 43] 

Für die in dem Gemeinen Wasserdost vorliegenden Polysaccharide konnte eine Stimulierung des Immunsystems nachgewiesen werden, die Bildung von Immunabwehrzellen wird angeregt und das Immunsystem gestärkt. Auszüge aus dem Gemeinen Wasserdost können daher Erkältungskrankheiten vorbeugen und die Krankheitsdauer verkürzen.[2, 3, 36, 44, 45, 47]

Sowohl Auszüge der oberirdischen Pflanzenteile als auch das ätherische Öl des Gemeinen Wasserdosts zeigen eine antioxidative und antibakterielle Aktivität gegen gram-positive sowie auch gegen gramnegative Bakterien.[2, 20, 22, 33, 37, 41, 43] Besonders interessant ist die hemmende Wirkung auf die Bakterien Salmonella typhi den Erreger des Typhus, Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa.[43] Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, das bei immungeschwächten Menschen Wundinfektionen bis hin zur Blutvergiftung hervorrufen kann. Pseudomonas aeruginosa gehört zu den häufigsten Erregern von Krankenhausinfektionen. Die antibakterielle Wirkung wird ebenfalls mitverantwortlich für die Förderung der Wundheilung durch den Gemeinen Wasserdost gemacht.[30] Auch gegen Pilze, die die Haut und Haare besiedeln und Krankheiten auslösen können, zeigte sich das ätherische Öl des Gemeinen Wasserdosts wirksam.[27, 33, 48] Zu nennen ist hier die Ringelflechte, eine Pilzinfektion der obersten Hautschichten oder Nägel.[48] Der entzündungshemmende Effekt des Gemeinen Wasserdosts konnte durch den Nachweis von Verbindungen in der Pflanze, die eine Entzündung unterdrücken, bestätigt werden.[2, 6, 14] Die seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde genutzte fördernde Wirkung des Gemeinen Wasserdosts auf die Gallenabsonderung sowie ihre günstige Wirkung auf die Leber wurde gleichfalls experimentell bekräftigt.[24, 25]  

Gewöhnlicher Wasserdost - Botanischer Exkurs


Der Gewöhnliche Wasserdost (Eupatorium cannabinum) gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae Brecht. et J. Presl. od. Compositae Giseke). Es handelt sich um eine ausdauernde, 50-150 cm hohe Pflanze mit einem aufrechten, behaarten, reich beblättertem Stängel.[38, 46] In dem für die Korbblütengewächse charakteristischen Blütenstand, dem Körbchen, sind bei dem Gemeinen Wasserdost nur wenige Blüten, in der Regel 4-6, vereinigt.[38] Die purpurfarbenen, bienenblauen Einzelblüten sind etwa 4 - 5 mm lang.[23] Die 5 Blütenblätter sind zu einer schmalen, sich nach oben erweiternder Röhre mit einem 5-zipfeligen Saum verwachsen. Bei den Blüten des Gewöhnlichen Wasserdost handelt es sich ausschließlich um solche Röhrenblüten. Die ebenfalls zu den Korbblütengewächsen gehörende Kamille besitzt dagegen zwei Blütentypen, nämlich Röhren- und sog. Zungenblüten. 

Darstellungen des Gemeinen Wasserdost des deutschen Naturforschers und Kupferstechers J. Sturm (1771 -1848)[42] (links) und des schwedischen Botanikers C. A. M. Lindman (1901-1905)[26] (rechts) zeigen Details der Blüte und Früchte, sowie die Blätter und den Wurzelstock des Wasserdost. Sturm: a) Triebstück, b) Blume, c) Längsschnitt eines Blütenstandes, d) Blumenachse und Hülle, e) Hüllblattspitze, f) Blüte ohne Fruchtknoten, g) Staubgefäß, h) Blütenstaubkorn, i) Griffel, k) Frucht, l) Fruchtborste, m) oberer Teil der Frucht ohne die Krone, n) Fruchtquerschnitt; Lindman: 1) Wurzelstock, 2) Triebstück, 3) Früchte, 4) Blütenköpfchen, 5) Röhrenblüte, 6) Röhrenblüte mit herausragenden Narben, 7) Frucht mit vertrockneter Blüte

Die kleinen, walzlichen, etwa 10 mm langen und einen Durchmesser von 10-25 mm erreichenden Blütenköpfchen sind wiederum in einer großen, dichten Schirmrispe zusammengeschlossen. In diesen doldenförmigen Blütenständen stehen meist mehrere Hundert Blütenköpfchen dicht nebeneinander, so dass die Blüten des Wasserdost auch aus größerer Entfernung sichtbar sind und die Aufmerksamkeit zahlreicher nahrungssuchender Insekten auf sich ziehen. Ihnen haben sie reichlich Nektar und Pollen anzubieten. Die Blüten des Wasserdost haben auf einer vierstufigen Skala den Nektarwert „3“ und einen Pollenwert von „2“. Der Nektar wird am Grunde des Griffels von einem ringförmigen Drüsengewebe abgesondert. Dieser kann aufgrund der geringen Länge der Blütenkronröhre und ihrer trichterförmigen Erweiterung von vielen Insekten mit sehr unterschiedlicher Rüssellänge ausgebeutet werden. Zudem steigt der Nektar in den schmalen Blütenkronröhren kapillar nach oben und ist dadurch auch für Insekten mit extrem kurzen Rüsseln zugänglich. Der Wasserdost bietet also Nahrung für Insekten mit sehr unterschiedlich gebauten Mundwerkzeugen. Die Spannweite reicht von den 1-2 cm langen Saugrüsseln der Schmetterlinge bis hin zu den nur wenige mm langen tupfend-saugenden Mundwerkzeugen der Fliegen. Käfer mit ihren beißend-kauenden Mundwerkzeuge sind nur an dem Pollen interessiert.


Der doldenförmige Blütenstand des Gemeinen Wasserdosts setzt sich aus über 100 einzelnen Blütenköpfchen zusammen, die wiederum aus 4-6 Einzelblüten aufgebaut sind. Fotos: M. Neitzke


Der Zusammenschluss der kleinen, aus nur 4-6 Blüten bestehenden Blütenköpfchen, zu einer Schirmrispe, steigert den Aufmerksamkeitswert der Blüten erheblich. Der Bau des Blütenstandes erlaubt den Besuch vieler Blüten gleichzeitig durch zahlreiche verschiedene Insekten und somit eine optimale Ausbeute des Pollen- und Nektarangebotes. Nicht jedes Zusammentreffen, wie beispielsweise das eines Bienenwolfes mit seiner potentiellen Beute, den Honigbienen, erscheint auf den ersten Blick sehr glücklich (rechts). Fotos: M. Neitzke 


Um in den Genuss des von den Blüten des Wasserdosts angebotenen Nektars zu gelangen, muss der Admiral mit seinem 13-14 mm langen Rüssel eine der 4 – 6 Blüten des Köpfchens treffen. Foto: M. Neitzke


Schmetterlinge, wie das Pfauenauge (links) mit seinem 17 mm langen Rüssel und der Kaisermantel (rechts) gehören zu den Blütenbesuchern des Wasserdosts mit den längsten Rüsseln Fotos: M. Neitzke


Die Honigbiene (Rüssellänge Arbeiterin: 6,3-6,7 mm) ist eine der häufigsten Blütenbesucher des Gemeinen Wasserdost. Die zu den kurzrüsseligen Hummeln zählende Hellgelbe Hummel (Bombus lucorum, Rüssellänge: 8-10 mm) ist dagegen eher seltener auf den Blüten des Wasserdost zu beobachten, obwohl sie in ganz Deutschland verbreitet ist. Die Männchen sind an dem hellgelben Haarbüschel im Gesicht zu erkennen. Fotos: M. Neitzke


Die Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria, links) vermag aufgrund ihres langen und spitz zulaufenden Rüssels (Länge: ~ 7 mm) auch in Blüten mit engen Röhren einzudringen und Nektar zu saugen. Während die Hornissenschwebfliege in ihrem Erscheinungsbild eine Hornisse imitiert, ahmt die Sumpfschwebfliege (Helophilus pendulus, rechts) mit ihrer schwarz-gelben Streifenzeichnung das Aussehen von Wespen nach. Fotos: M. Neitzke


Die Blauschiller Wanzenfliege (Phasia hemiptera) und die Igelflieger (Tachina fera) gehören mit einer Rüssellänge von 4-5 mm zu den kurzrüsseligen Besuchern der Blüten des Wasserdost. Die trichterförmige Öffnung der Blüten erlaubt aber auch ihnen den Zugang zum Nektar. Fotos: M. Neitzke

Neben Nektar haben die Blüten des Wasserdost auch noch reichlich Pollen für die Insekten zu bieten. Wie bei allen Korbblütengewächsen sind die Staubbeutel zu einer Röhre verklebt in deren Inneres der Pollen entlassen wird. Durch diese wächst der zweispaltige Griffel im Zuge des Aufblühens der Blüte hindurch.[13] Aber nur das untere Viertel der langen Griffeläste ist mit Narbenpapillen besetzt, die übrigen Dreiviertel der Griffeläste sind ringsum dicht mit den sog. Fegehaaren bedeckt. Während sich nun der Griffel infolge Streckung durch die von den Staubbeuteln gebildete Röhre schiebt, sammelt sich der in die Röhre abgeschiedene Pollen auf den Fegehaaren und gelangt so an die Oberfläche der Blüte und wird für die Insekten zugänglich. Da der Pollen mit Hilfe der „Fegehaare“ regelrecht aus der Staubbeutelröhre herausgefegt wird, wie etwa der Ruß bei der Reinigung eines Ofenrohres mittels einer Bürste, spricht man auch sehr anschaulich von einer Griffelbürste.[7] In der ersten Zeit nach dem Aufblühen, liegen die untersten, narbentagenden Stücke der Griffeläste noch im Staubbeutelzylinder eingeschlossen. Die mit Fegehaaren besetzten Enden der Griffeläste ragen dagegen frei aus der Blütenkronröhre heraus und spreizen so wie auseinander, dass besuchende Insekten ringsum mit ihnen in Berührung kommen und den in den Fegehaaren haftenden Blütenstaub in ihr Haar- und Schuppenkleid aufnehmen können. Später treten auch die untersten, narbentragenden Stücke aus dem Staubbeutelzylinder und aus der Blütenkronröhre hervor und spreizen auseinander, so dass die mit den Narbenpapillen besetzte Innenseite frei wird. Auf die empfängnisbereite Innenseite der Narbenlappen können jetzt die Insekten den Pollen abladen.[29]  


Die langen Narbenäste der Griffel schauen soweit aus den Blüten hervor, dass auch die langbeinigen Schmetterlinge mit ihrem Körper den an den Griffelästen haftenden Pollen abstreifen (rechts: Pfauenauge, links: Admiral). Fotos: M. Neitzke


Während das Landkärtchen auf den Blütenständen des Wasserdosts nektartrinkend von einer Blüte zur nächsten wandert, bleibt der helle Pollen in der dichten Körperbehaarung, auf den Flügelunterseite und am Rüssel des Landkärtchens haften. Fotos: M. Neitzke


Mit ihrem dichten Pelz bürstet die Dunkle Erdhummel den hellen Pollen nahezu von den Griffelästen der Blüten des Gewöhnlichen Wasserdosts. In der dunklen Behaarung ist er deutlich zu erkennen. Das Gleiche trifft auch für die Körperbehaarung der Honigbiene zu. Fotos: M. Neitzke 


Auf den dunklen Körpern der Hornissenschwebfliege (Volucella zonaria, links) und der Waldschwebfliege (Volucella pellucens, rechts) sind die hellen Pollen des Wasserdosts, mit denen ihr Körper über und über bedeckt ist, deutlich auszumachen. Fotos: M. Neitzke


Die Honigbiene ist dicht mit gelben großen Pollen beladen, der nicht von den Blüten des Wasserdosts stammt. Die Honigbiene nutzt die Blüten des Wasserdost nur für eine energiereiche Nektarmahlzeit. Bei diesem Besuch findet keine Bestäubung statt. Foto: M. Neitzke

Aus der einzigen Samenanlage in dem einfächerigen, unterständigen Fruchtknoten bildet sich von September bis Oktober eine trockene, geschlossen bleibende Frucht, deren Frucht- und Samenschalen eng vereint sind. Es handelt sich also wie bei den Früchten der Gräser um eine Achäne. An der Spitze der reifen Frucht befindet sich ein aus vielen Haaren bestehender Haarschopf, der als Pappus bezeichnet wird. Dieser Pappus ermöglicht die Verbreitung durch den Wind und wirkt wie ein Fallschirm.[7, 10] Da die Sinkgeschwindigkeit dieses „Schirmchenfliegers“ etwa 23 cm/s beträgt, ist eine Flugweite von bis zu 10 km möglich. Bei feuchtem Wetter findet zusätzlich eine „Wasserhaftverbreitung“ im nassen Fell oder Gefieder verschiedener Tiere statt.[10]


An der Spitze der etwa 3 mm langen Samen sitzt ein aus vielen Haaren zusammengesetzter Haarschopf, der eine Verbreitung durch Wind ermöglicht. Fotos: M. Neitzke


Die Samen des Gemeinen Wasserdost können noch lange an der Pflanze verbleiben. Aufgrund eines frühen Kälteeinbruchs hat sich an den Haaren des Pappus der Samen Raureif gebildet und diese in filigrane Eiskunstwerke verwandelt. Fotos: M. Neitzke

Im Gegensatz zu den meisten anderen Arten aus der Familie der Korbblütengewächse sind die Blätter gegenständig an dem oft rot überlaufenen Stängel angeordnet.[21] Die Blätter sind bis zum Grund handförmig geteilt. Die 3-5 elliptischen Blattabschnitte weisen einen grob gesägten bis gezähnten Blattrand auf und ähneln den Blättern der Hanfpflanze. 


Die Blätter stehen paarweise in gleicher Höhe an der Sprossachse gegenüber. Die gegenständigen Blätter sind handförmig 3(-5) geteilt. Fotos: M. Neitzke

Neben der generativen Vermehrung durch Samen findet auch eine vegetative Vermehrung mit Hilfe eines walzenförmigen, horizontal wachsenden Wurzelstocks statt, weshalb man den Wasserdost häufig in größeren Gruppen antrifft.

Der Gewöhnliche Wasserdost – ein Insektenmagnet


Der Gewöhnliche Wasserdost (Eupatorium cannabinum) zieht ein buntes Kaleidoskop von Insekten an. Mit reichlich Nektar und Pollen hält der Gemeine Wasserdost ein gutes Nahrungsangebot für eine große Vielfalt von Insekten, mit unterschiedlichen Funktionen in unseren heimischen Lebensräumen bereit. Vor allem auf Schmetterlinge übt er eine nahezu magische Anziehungskraft aus. Mit 41 beobachteten Tagfalter- und 6 Nachtfalterarten ist er ein regelrechter Schmetterlingsmagnet.[11, 17] Zu den auffälligsten Besuchern gehören der zu den Edelfaltern zählende Admiral und der Distelfalter. Beide Arten sind typische Wanderfalter, die ähnlich unseren Zugvögeln, im Herbst in den Süden ziehen, um im Frühling wieder zu uns zurückzukehren. Der Distelfalter legt bei seinen jährlichen Wanderflügeln besonders lange Strecken zurück. Der weit bis in den September hinein blühende Wasserdost liefert den Wanderfaltern noch eine gute Gelegenheit, sich mit Energie für den anstrengenden Flug zu versorgen. Zudem können auch das Tagpfauenauge, der Kaisermantel, das Landkärtchen, der C-Falter, das Große Ochsenauge und das Waldbrettspiel regelmäßig bei ihrem Blütenbesuch auf dem Wasserdost beobachtet werden. Für zahlreiche Vertreter aus der Familie der Bläulinge, wie den Faulbaum-Bläuling, den Kleinen Feuerfalter und den Nierenfleck-Zipfelfalter stellt der Wasserdost gleichfalls eine wichtige Nektarpflanze dar. Zur Familie der Weißlinge gehören der Zitronenfalter und der Grünader-Weißling, die ebenfalls sehr häufig die Blüten des Wasserdost für eine Nektarmahlzeit aufsuchen.


Aber auch die Ordnung der Hautflügler ist mit verschiedenen Bienen- und Wespenarten gut unter den Blütengästen des Wasserdosts vertreten. Eine wichtige Bestäuberfunktion übernehmen neben den Bienen allerdings auch die in ihrer Bedeutung vielfach unterschätzten Schwebfliegen und andere Repräsentanten der Zweiflügler. Das große Angebot an kleinen Insekten, die auf den großen Blütenständen wie auf dem Präsentierteller sitzen, lockt natürlich auch zahlreiche Räuber an. So patrouillieren in dem Luftraum über dem Gemeinen Wasserdost Hornissen (Vespa crabro), der Bienenwolf (Philanthus triangulum) und die Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis) auf der Jagd nach Honig- und Wildbienen, um ihre Brut mit eiweißreicher Kost zu versorgen. Die erwachsenen Tiere bedienen sich dagegen an dem Nektarangebot des Gemeinen Wasserdost. Eine Etage tiefer sind Vertreter der Raupen- oder Wanzenfliegen auf der Suche nach Opfern, in die sie ihre Eier legen können. Im Schutz der Blütenstände lauert noch ein Stockwerk tiefer die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) auf arglose Insekten.


Nicht nur auf der Suche nach Nahrung, sondern auch auf der Suche nach einem Partner werden die Insekten von den Blütenständen des Wasserdost angelockt. So können u.a. die Männchen der Mittleren Keilfleckschwebfliege (Eristalis interrupta) bei ihrem charakteristischen Balzflug, über den Blütenständen des Gemeinen Wasserdosts beobachtet werden.


Den kriegerischen Namen hat der Admiral (Vanessa atalanta) seiner auffälligen Färbung aus rot und weißen Streifen auf schwarzem Grund zu verdanken, die an die ehemals verbreitete Uniform eines Admirals erinnern soll. Die Unterseite der Hinterflügel ist schwarz und dunkelbraun marmoriert. Der Admiral ist ebenso wie der Distelfalter ein typischer Wanderfalter, der die ungünstige Jahreszeit im Süden verbringt. Ab Ende April kommen die ersten Falter über die Alpen aus ihren Quartieren im Süden zurück. Fotos: M. Neitzke


Der Name des Distelfalters (Vanessa cardui) leitet sich von der Vorliebe seiner Raupen für verschiedene Distelarten ab. Da der Distelfalter ab Mai aus seinen Winterquartieren im Süden wieder in Mitteleuropa eintrifft und erst ab September seine Reise nach Afrika antritt, kann er in Mitteleuropa während des ganzen Sommers beim Blütenbesuch beobachtet werden. Während dieser Zeit bringen sie 1-2 Nachfolgegenerationen hervor. Die hervorstechende schwarz-weiße Zeichnung der Oberseite der Flügel, die in ausgeprägtem Kontrast zu dem gelbbraunem und orangenem Grund steht, hat ihr im englischen den volkstümlichen Namen „painted lady“ eingebracht. Die Unterseite der Hinterflügel ist dagegen weiß und braun marmoriert mit einer Reihe auffälliger Augenflecke am Außenrand. Fotos: M. Neitzke


Die Färbung der Flügelober- und -unterseite unterscheidet sich beim Kaisermantel (Argynnis paphia), ebenso wie bei den meisten Schmetterlingen deutlich voneinander. Während die Flügeloberseiten leuchtend orangebraun gefärbt und mit einem schwarzbraunen Flecken- bzw. Streifenmuster versehen sind, ist die Unterseite der Vorderflügel blass orange, die der Hinterflügel graugrün. Die Unterseite der Hinterflügel tragen bei beiden Geschlechtern silbrig weiße Bänder (rechts), denen der Falter auch seinen deutschen Namen „Silberstrich“ verdankt. Die Raupen des Kaisermantels zeichnen sich durch ihren extravaganten Geschmack aus. Sie fressen vor allem an den Blättern von Veilchen.[4]  Fotos: M. Neitzke


Auf dem Porträt des Kaisermantels sind deutlich die für die Edelfalter, zu denen der Kaisermantel gehört, typischen verdickten Enden der Fühler zu erkennen. Ein weiters Merkmal dieser Familie ist, dass die Vorderbeine verkümmert und zu Putzpfoten umgewandelt sind. Foto: M. Neitzke


Mit den ersten warmen Tagen im Frühling erwacht das Pfauenauge (Inachis io), das als erwachsener Falter überwintert, aus seiner Winterstarre und ist gemeinsam mit dem Zitronenfalter und C-Falter als willkommener Frühlingsbote auf den zeitig im Frühjahr blühenden Sträuchern und Kräutern zu beobachten. Die auffälligen blau-schwarzen bzw. braun-schwarzen, von einem breiten weißen Kreis umgebenen Flecken auf den Spitzen der rostroten Oberseite der Vorder- und Hinterflügel erinnern an die Federzeichnung der Männchen von Pfauen mit der blau irisierenden Augenzeichnung auf den Enden der Federn der beeindruckenden Schleppe dieser Vögel. Diese Augenflecke dienen der Abschreckung von Fressfeinden. Fotos: M. Neitzke


Das Landkärtchen (Araschnia levana) fliegt im Jahr in zwei Generationen, die sich deutlich durch ihre Färbung und Zeichnung unterscheiden. Die von April bis Juni fliegenden Falter der sog. Frühjahrsgeneration sind oberseits braunorange mit überwiegend schwarzer Fleckenzeichnung. Die Tiere der Sommergeneration, die von Juli bis August beobachtet werden können, zeigen dagegen auf der Oberseite der Flügel eine schwarze Grundfärbung mit einer auffälligen weißen und roten Zeichnung. Der von Juli bis September blühende Wasserdost wird also von den dunklen Tieren der Sommergeneration zur Nahrungsaufnahme aufgesucht. Den deutschen Namen „Landkärtchen“ verdankt dieser Schmetterling dem Muster aus weißen und rotbraunen Linien auf der Unterseite der Flügel, die an eine Landkarte erinnern. Fotos: M. Neitzke


Ebenso wie beim Zitronenfalter überwintern beim C-Falter die erwachsenen Tiere und gehören damit zu den ersten Schmetterlingen, die in Mitteleuropa im Frühling beobachtet werden können. Namengebend für den C-Falter ist der weiße C-förmige Fleck auf der braunen Unterseite des Hinterflügels. Die Oberseite ist dagegen orangebraun mit einem Muster aus schwarzen, braunen und gelblichen Flecken. Auffällig ist der stark gezackte Rand der Flügel. Fotos: M. Neitzke 


Ein großer, an das Aussehen eines Auges erinnernden Fleck auf dem Vorderflügeln hat dem Großen Ochsenauge (Maniola jurtina) seinen deutschen Namen gegeben. Diese auffällige Flügelzeichnung hilft die Fressfeinde zu täuschen und sie abzuschrecken. Fotos: M. Neitzke


Der deutsche Artname des Waldbrettspiels (Parage aegeria) bezieht sich sowohl auf den von diesem Falter bevorzugten Lebensraum als auch auf die auffällige Musterung der Oberseite seiner Flügel. Das Waldbrettspiel zieht, wie der Name schon verrät, lichte Wälder und Waldränder bunt blühenden Wiesen vor. Hier ist er häufig mit ausgebreiteten Flügeln auf Pflanzen sitzend und sich sonnend zu beobachten. Auf Waldschlägen und -verlichtungen sowie an Waldsäumen findet der Falter auch seine Nahrungspflanzen, wie z.B. den Wasserdost. Den zweiten Teil seines deutschen Artnamens verdankt das Waldbrettspiel der Zeichnung der Oberseite seiner Flügel. Die hellgelben bis cremefarbenen ebenso wie die schwarzen, weiß gekernten Augenflecken auf dem mittel-bis dunkelbraun gefärbten Grund erinnern an Spielsteine auf einem Spielbrett. Fotos: M. Neitzke


Der Faulbaum-Bläuling (Celestrina argiolus) trägt seinen Namen, aufgrund der ehemals sehr ausgeprägten Vorliebe seiner Raupen für die Blätter des Faulbaums. Die Raupen haben in den letzten Jahrzehnten das Spektrum ihrer Nahrungspflanzen jedoch stark erweitert. Mittlerweile legen die Weibchen ihre Eier an anderen Pflanzen, auch an Gartenpflanzen, wie dem Schmetterlingsflieder und dem Blauregen weitaus häufiger ab, als an dem (früher) namengebenden Faulbaum. Die Art hat daher auch den neuen deutschen Namen „Garten-Bläuling“ erhalten. Die himmelblaue Färbung der Oberseite der Flügel sieht man nur selten, weil er meistens mit zusammengefalteten Flügeln auf den Blüten sitzt. Die weiß-blau gefärbte Unterseite der Flügel zeigt ein Muster aus schwarzen Flecken, deren Anordnung typisch für die Art ist. Fotos M. Neitzke


Trotz der geringen Flügelspannweite von 22-27 mm, fällt der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) aufgrund seines quirligen Verhaltens und der lebhaften orangeroten Färbung der Oberseite der Vorderflügel mit der breiten braunen Saumbinde und den schwarzen Würfelflecken dem aufmerksamen Beobachter sofort ins Auge. Die braunen Hinterflügel mit der orangefarbenen Binde am Außenrand scheinen das Spiegelbild der Vorderflügel zu sein. Die Unterseite der Hinterflügel ist dagegen unscheinbar graubraun mit kleinen schwarzen Punkten. Fotos: M. Neitzke


Im Gegensatz zu den meisten Schmetterlingsarten, deren Flügelunterseite im Vergleich zu der Oberseite der Flügel eher unauffällig gefärbt ist, ist beim Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecia betulae) die Unterseite deutlich auffälliger. Während die Oberseite der Flügel von einem stumpfen dunkelbraun ist, zeigt sich die Unterseite der Flügel in einem leuchtenden Orange. Neben der Farbe ist auch die Musterung der Flügelunterseite in Form eines weiß eingerahmten, säbelzahnförmigen, dunkelorange braunen Feldes, besonders augenfällig. Nur die Weibchen tragen auf der Oberseite der Vorderflügel einen großen nierenförmigen orangefarbenen Fleck (rechts). Auffällig sind auch die nach außen gebogenem Zipfel am Rand der Hinterflügel, die zu dem deutschen Namen dieses Falters geführt haben. Fotos: M. Neitzke


Da der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) als erwachsenes Tier überwintert, sind sie in Mitteleuropa bereits ab März zu beobachten. Der Zitronenfalter hat mit bis zu 12 Monaten die höchste Lebenserwartung aller einheimischen Schmetterlinge. Fotos: M. Neitzke


Aufgrund der weißen Flügeloberseite mit dem schwarzen Punkt- bzw. Fleckenmuster ähnelt der Grünader-Weißling (Pieris napi), der zu den regelmäßigen Besuchern des Wasserdost gehört, einem kleinen Kohlweißling. Der Grünader-Weißling, früher auch als Raps-Weißling bezeichnet, ist von anderen Weißlingen leicht durch die breiten, graugrünen Schuppenstreifen an den Adern auf der Unterseite der Hinterflügel zu unterscheiden. Die Raupen fressen an vielen verschiedenen wild wachsenden Kreuzblütlern. Fotos: M. Neitzke


Der Ockergelber Blattspanner (Camptogramma bilineata) gehört zu den Nachtfaltern und ist tagaktiv. Die gelb-ockerbraunen Vorder- und Hinterflügel sind mit einem Muster aus weißen und schwarzen Wellenlinien bedeckt, weshalb er auch häufig als Wellenspanner bezeichnet wird. Er saugt mit Vorliebe an den Blüten des Gewöhnlichen Wasserdost. Fotos: M. Neitzke


Die Honigbienen nutzen die Blüten des Wasserdosts sowohl als Pollen- als auch als Nektarquelle. Den Pollen tragen sie in gelblich-weißen Höschen in ihre Nester ein (links). Fotos: M. Neitzke


Eine kleine Sandbiene (Andrena spec.)  sammelt den Pollen des Gewöhnlichen Wasserdosts und transportier ihn in großen, hellgelben Höschen zu ihrer Brut. Fotos: M. Neitzke


Die Baumhummel (Bombus hypnorum) ist an der dunkel rotbraunen Brustoberseite und den weiß behaarten letzten Hinterleibsabschnitten an dem ansonsten schwarz behaarten Körper zu erkennen.[28] Fotos: M. Neitzke


Das Erkennungsmerkmal der Königinnen und Arbeiterinnen der Steinhummel (Bombus lapidarius) sind die leuchtend rostrot behaarten letzten Hinterleibsabschnitte an dem tiefschwarz behaarten Körper.[5] Fotos: M. Neitzke


Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris, links) besucht ebenso wie ihr Kuckuck, die Keusche Kuckuckshummel (Bombus

vestalis, rechts) die Blüten des Gemeinen Wasserdost. Das Weibchen der Keuschen Kuckuckshummel ähnelt ihrer Wirtin, allerdings fehlt ihr die 2. Helle Querbinde. Fotos: M. Neitzke


Die kurzen Blütenkronröhren, des Gemeinen Wasserdosts (Eupatorium cannabinum), in denen der Nektar kapillar aufsteigt, gestatten es dem Bienenwolf (Philanthus triangulum), trotz seiner kurzen Zunge, in den Genuss des von den Blüten produzierten Nektars zu gelangen. Während sich die erwachsenen Tiere vegetarisch von Nektar und Pollen ernähren, benötig ihre Brut eiweißreiche Nahrung, die ihnen das Weibchen in Form anderer erbeuteter Insekten, vorzugsweise Honigbienen zur Verfügung stellt. Nur ganz selten werden auch Wildbienen aus der Gattung der Sandbienen (Andrena ssp.) oder Furchenbienen (Halictus ssp.) gejagt. Fotos: M. Neitzke


Eine ähnliche Lebensweise wie der Bienenwolf (Philanthus triangulum) hat die etwas kleinere Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis). Im Unterschied zu dem Bienenwolf jagt sie jedoch keine Honigbienen, sondern Wildbienen zur Versorgung ihrer Brut. Die erwachsenen Tiere ernähren sich dagegen von Nektar und Pollen, u.a. auch von den Blüten des Wasserdost. Fotos: M. Neitzke


Die erwachsenen Tiere der Pillenwespen (Eumenes spec.) ernähren sich von Nektar und Honigtau, ihre Brut versorgen sie dagegen mit tierischer Nahrung. Als Larvenproviant dienen Raupen von Spannern, zu denen auch eine Reihe von Schädlingen gehören. Sie können daher regulierend in den Bestand dieser Insekten eingreifen. Die schwarz gelb gefärbten Pillenwespen fallen durch ihren ungewöhnlichen Körperbau bestehend aus der fast kugeligen Brust und dem „gestielten“ Hinterleib auf. Fotos: M. Neitzke


Sowohl die erwachsenen Tiere als auch die Larven der zu den Echten Blattwespen gehörenden Wegerich-Blattwespe (Tenthredo omissa) leben vegetarisch. Während die Larven Blätter von verschiedenen Wegericharten (Name!), als Nahrung bevorzugen, ernähren sich die erwachsenen Tiere von Pollen, Nektar und Honigtau. Fotos: M. Neitzke


Bei der Gemeinen Waldschwebfliege handelt es sich mit einer Körperlänge von 12- 16 mm und einer Flügelspannweite von 20 - 30 mm um eine auffallend große, breit gebaute Schwebfliege. In ihrem Erscheinungsbild erinnert sie entfernt an eine Hummel. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pollen und Nektar. Aufgrund ihres 6 mm langen und spitz zulaufenden Rüssels vermögen sie auch in Blüten mit engen Röhren, wie z.B. die des Wasserdostes (Eupatorium cannabinum) einzudringen und Nektar zu saugen. Während die erwachsenen Tiere also eine wichtige Rolle bei der Bestäubung unserer einheimischen Blütenpflanzen spielen, sind die Larven als „Gesundheitspolizei“ von Bedeutung. Die Larven entwickeln sich am Boden von unterirdischen Wespennestern von toter Brut und Abfallstoffen, wie z.B. Futterüberresten, die die erwachsenen Wespen ins Nest gebracht haben aber auch toten erwachsenen Tieren. Fotos: M. Neitzke


Mit einer Körperlänge von 18-22 mm ist die Hornissenschwebfliege die größte und auch schnellste Schwebfliege Mitteleuropas. Ihr deutscher Trivialnamen „Hornissenschwebfliege“ ist der Tatsache geschuldet, dass sie in ihrem Aussehen eine Hornisse (Vespa crabro) nachahmt. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Blütenpollen und Nektar und leisten bei ihrem Blütenbesuch einen wichtigen Beitrag zu Bestäubung der genutzten Pflanzen. Der Pollen kann mit Hilfe ihrer pelzigen Behaarung transportiert werden. Mit ihrem bis zu 7 mm langen Rüssel können sie auch in Blüten mit engen Röhren, wie z.B. die des Wasserdostes (Eupatorium cannabinum) einzudringen und Nektar zu saugen. Die Hornissenschwebfliege hat aber nicht nur als Bestäuberin eine wichtige Funktion in unseren heimischen Ökosystemen, sondern auch als „Gesundheitspolizei“. Zur Fortpflanzung legt das Weibchen seine Eier in den Nestern von Hummeln, Wespen oder Hornissen ab. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Larven der Hornissenschwebfliegen von toten und sterbenden Insekten im Abfallhaufen (Detritus) unter dem eigentlichen Hornissen- oder Wespennest. Somit nimmt die Larve eine Art „Hygienefunktion“ durch Kadaverbeseitigung der entsprechenden Nester wahr. Fotos: M. Neitzke


Die Totenkopfschwebfliege oder   Gemeine Doldenschwebfliege (Myathropa florea) ahmt mit der auffälligen gelb-schwarzen Musterung ihres Hinterleibes das Aussehen einer Wespe nach. Der gebräuchlichste deutsche Trivialname „Totenkopfschwebfliege“ bezieht sich allerding auf die auffallende Musterung des Rückenschildes der Brust. So soll die weiße Zeichnung auf schwarzem Grund an einen Totenkopf erinnern oder aber auch an das berühmte „Batman Logo“. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen. Hierfür werden die Arten verschiedener Familien angeflogen. Mit ihrem nur 4 mm langen Rüssel werden Arten mit offen dargebotenem Nektar oder mit nur kurzer Blütenkronröhre bevorzugt.  Während die erwachsenen Tiere also eine wichtige Rolle bei der Bestäubung der Pflanzen unserer heimischen Ökosysteme und unserer Kulturpflanzen erfüllen, spielen ihre Larven eine Rolle beim Stoffabbau und im Nährstoffkreislauf. Die Larven leben in mit Wasser gefüllten Höhlen in Baumstämmen oder an deren Stammbasis, die mit toten Blättern und anderem verrottetem Material gefüllt sind und ernähren sich von abgestorbenem organischem Material oder von faulenden organischen Stoffen in schlammigen Pfützen. Fotos: M. Neitzke


Die kräftige, 8-14 mm lange Gemeine Sumpfschwebfliege (Helophilus pendulus) mit einer Flügelspannweite von bis zu 22,5 mm imitiert mit ihrer schwarz-gelben Streifenzeichnung das Erscheinungsbild einer Wespe, um Fressfeinde zu täuschen. Bei den Blüten des Gewöhnlichen Wasserdostes werden sowohl Nektar als auch Pollen verzehrt. Während die kleine Schwebfliege durch das Dickicht der Staubblätter und Griffel „pflügt“ pudert sie sich ausgiebig mit dem Pollen ein. Die Larven entwickeln sich in stehenden, nährstoffreichen Gewässern. Die Ernährung erfolgt durch Filtrieren von faulenden Stoffen. Sie gehören zu den sog. „Rattenschwanzlarven“. Sie besitzen am hinteren Körperende ein aus 3 Abschnitten bestehendes schwanzähnliches Atemrohr. Diese Abschnitte können teleskopartig ausgestülpt werden. Mit Hilfe dieser ausgestülpten Atemröhre können die Tiere beim Aufenthalt unter Wasser Sauerstoff in ihre Atmungsorgane (Tracheensystem) aufnehmen. Fotos: M. Neitzke 


Aufgrund ihrer oberflächlichen Ähnlichkeit mit einer Honigbiene und ihres oft massenhaften Auftretens in der Nähe von Misthaufen wird die Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege (Eristalis tenax) vom Volksmund wenig schmeichelhaft als „Mistbiene“ tituliert. Die 14-18 mm große, bienenähnliche Gemeine Keilfleckschwebfliege beteiligt sich an der Bestäubung, in dem sie eine Vielzahl von Blüten zwecks Nahrungssuche aufsucht. Ihre Larven sind in den Nährstoffkreislauf eingebunden. Sie leben in fauligem Wasser, in Jauchegruben, verwesendem Aas, Kuhfladen und fressen faulende organische Stoffe.[18] Fotos: M. Neitzke 


Die Kleine Keilfleckschwebfliege oder Kleine Bienenschwebfliege (Eristalis arbustorum) wird nur 9-11 mm lang und ist damit, wie der Name schon verrät die kleinste einheimische Keilfleck-Schwebfliege. Mit 11-12 mm ist ihr Rüssel allerdings deutlich länger als der nur 7-8 mm lange Rüssel der deutlich größeren Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege oder Mistbiene. Der schwarze Hinterleib zeigt an den Hinterrändern der einzelnen Hinterleibsabschnitt jeweils eine kontrastreiche helle Binde. Bei den Weibchen weist der zweite, rotgelbe Hinterleibsabschnitt in der Mitte eine schwarze Zeichnung auf, die an die Form einer Sanduhr erinnert. Charakteristisch für die Kleine Schwebfliege ist auch die dichte helle Behaarung des Gesichtes ohne schwarze Mittellinie. Die erwachsenen Tiere fliegen von März bis Oktober und ernähren sich in dieser Zeit von Pollen und Nektar verschiedener Blütenpflanzen, wie auch denen des Wasserdostes. Die Larven entwickeln sich in stehenden Gewässern, auch in Jauchegruben von abgestorbenem organischem Material. Fotos: M. Neitzke


Die Gemeine Langbauchschwebfliege (Sphaerophoria scripta) ist eine schlanke Schwebfliege, deren langgestreckter Körper ein auffälliges gelb-schwarzes Streifenmuster aufweist (links: Männchen, rechts: Weibchen). Die Larven ernähren sich von Blattläusen, die erwachsenen Tiere von Nektar und Pollen. Die Weibchen legen bis zu 1000 Eiern in Blattlauskolonien ab. Fotos: M. Neitzke


Ein Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne hat eine Fleischfliege erbeutet. Mit den dornenbewehrten Vorderbeinen hat sie die die Fliege in einem Überraschungsangriff gepackt während sie sich mit den kurzen Hinterbeinen festhält (links). Anschließend wird die gelähmte Beute mit den Kieferntastern in die richtige Position gebracht. Fotos: M. Neitzke


Mit ihrem nur 3 mm langen Rüssel [12] können die metallisch grün glänzenden Goldfliegen nur offen dargebotenen Nektar nutzen. Steigt der Nektar jedoch, wie im Fall des Gemeinen Wasserdost, kapillar in der engen Blütenkrone bis zur Öffnung hoch, kann sie auch bei diesen Blüten das Nektarangebot nutzen. Fotos: M. Neitzke


Die zu den Schmeißfliegen gehörenden Goldfliegen ernähren sich neben Pollen und Nektar aber auch von aus Aas austretenden Flüssigkeiten und tierischen Ausscheidungen, in die sie auch ihre Eier ablegen. Fotos: M. Neitzke


Die nur etwa 5-9 mm große Breitflügelige Raupenfliege (Ectophasia crasssipennis) (links) ist ein eifriger Besucher der Blüten des Wasserdost. Während sich die erwachsenen Tiere rein vegetarisch von Nektar und Polle ernähren, entwickeln sich ihre Larven als Parasiten in verschiedenen Wanzen, die sie von innen auffressen. Zu ihren Wirten gehören unterschiedliche Arten aus der Familie der Baumwanzen, Randwanzen, Stachelwanzen und Bodenwanzen. Fotos: M. Neitzke

Zu den kaum zu übersehenden Besuchern der Blüten des Wasserdost gehören, trotz ihrer geringen Größe von nur 7-12 mm, auch die farbenfrohen Männchen der Blauschiller Wanzenfliege (Phasia hemiptera). Am auffälligsten sind die, bei den Männchen sehr eng beieinanderstehenden, großen roten Augen in dem hellen Gesicht. Die orangerote Farbe der pelzigen Behaarung an den Seiten der Brust, die in starkem Kontrast zu der dunklen Oberseite der Brust steht, ist für diese Art charakteristisch. Von den Weibchen unterscheiden sich die Männchen durch die breiteren blauschwarz gefleckten oder auch ganz dunklen Flügel. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und Pollen. Sie suchen die Blütenstände des Wasserdosts aber nicht nur zur Nahrungsaufnahme auf. Hier finden sie auch die passenden Wirte für ihren Nachwuchs. Die Larven entwickeln sich als Innenparasiten in Baumwanzen, die die Blütenstände des Wasserdosts ebenfalls aufsuchen. Fotos: M. Neitzke


Die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) aus der Familie der Baumwanzen dient als Wirt für die Breitflügelige Raupenfliege (Ectophasia crassipennis) und die Blauschiller Wanzenfliege (Phasia hemiptera), die Blüten des Gemeinen Wasserdosts auch zur Nahrungsaufnahme aufsuchen. Das Weibchen der Raupenfliegen legen je ein Ei an eine erwachsene Wanze. Die fast unmittelbar nach der Ablage schlüpfenden kleinen Larven bohren sich in das Hinterteil der Tiere und fressen sie von innen auf. Fotos: M. Neitzke


Die Igelfliege (Tachina fera) verdankt ihren deutschen Namen der schwarzen borstigen Behaarung des überwiegend orangefarbenen Körpers. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pollen und Nektar verschiedener Blütenpflanzen, u.a. auch der Blüten des Wasserdost. Die Larven der Igelfliege entwickeln sich als Innenparasiten von Larven von Eulenfaltern. Fotos: M. Neitzke


Gemeine Breitstirnblasenkopffliege (Sicus ferrugineus) ist eine kleine 8-11 mm große rotbraune Fliege mit auffallenden großen rotbraunen Augen und orangefarbenen Fühlern in einem wie aufgeblasen aussehendem leuchtend gelbem Gesicht. Im Sitzen wird der Hinterleib oft nach vorne geklappt. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar, die Larven entwickeln sich als Innenparasiten verschiedener Hummelarten. Fotos: M. Neitzke

Wenn auch Käfer heute als Bestäuber nur eine geringe Rolle spielen und die meisten von ihnen bei ihrem Blütenbesuch mehr schaden als nützen, gibt es doch auch Arten, die durch ihr Verhalten durchaus zu wertvollen Bestäubern werden können. Dies gilt z.B. für die Vertreter der Bockkäfer (Cerambycidae), die häufig auf den Blütenständen des Gemeinen Wasserdosts angetroffen werden können.[23]


Der 7-9 mm große Kleine Halsbock (Pseudovadonia livida) gehört zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae). Aufgrund des fast kugeligen Halsschildes trägt er auch den Trivialnamen „Kugelhals-Blütenbock“. Die Flügeldecken sind bräunlich-gelb bis braun, der übrige Körper schwarz. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Pollen und Nektar und suchen zu diesem Zweck oft die Blüten des Gemeinen Wasserdost auf. Dabei streifen sie den Pollen mit ihrem Körper von dem weit aus den Blüten herausragenden Griffel ab und können ihn nun verbreiten. Fotos: M. Neitzke 


Der Rothalskäfer gehört zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae). Die beiden Geschlechter unterscheiden sich deutlich in Färbung und Gestalt (Sexualdimorphismus). Die Weibchen des Rothalsbocks (Stictoleptura rubra) zeichnen sich durch einen leuchtend rotbraunen Halsschild und ebenso gefärbte Flügeldecken aus (oben). Der Kopf ist schwarz und die gesägten Fühler mittellang. Die Färbung der deutlich kleineren und schlankeren Männchen kann variieren. Die Käfer ernähren sich von Pollen und Blütenteilen verschiedener Pflanzenarten, wie z.B. dem Gemeinen Wasserdost. Fotos: M. Neitzke


Die Blütenstände des Wasserdostes bieten auch für viele Insekten eine Gelegenheit auf die Suche nach einem passenden Partner zu gehen. Das Männchen der Mittleren Keilfleckschwebfliege (Eristalis interrupta früher Eristalis nemorum) zeigt seinen charakteristischen Balzflug, bei dem es minutenlang über einem unter ihm auf dem Blütenstand sitzendem Weibchen schwebt. Fotos: M. Neitzke


Während im Luftraum über den Blütenständen des Wasserdosts noch das Männchen der Mittleren Keilfleck-Schwebfliege (Eristalis interrupta früher Eristalis nemorum) das Weibchen mit seinem Balzflug zu beeindrucken versucht, lauert eine Etage tiefer im Schutz des dichten Blütenstandes die Gefahr in Gestalt einer Krabbenspinne. Diesmal hat die Mittlere Keilfleck-Schwebfliege noch Glück gehabt und ist der Krabbenspinne nicht nah genug gekommen. Die 9-12 mm große Mittlere Keilfleck-Schwebfliege sieht der Kleinen Keilfleck-Schwebfliege sehr ähnlich. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist der breite, schwarze, kahle Streifen in der Mitte des weißlich behaarten Gesichtes. Fotos: M. Neitzke


Die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) wird auch als das Chamäleon unter den Spinnen bezeichnet. Diese Spinnenart besitzt, wie der Name schon verrät, die Fähigkeit ihre Farbe in gewissem Maße der Färbung der Blüten, in deren Schutz sie auf die Jagd nach Beute geht, anzupassen. Die Veränderliche Krabbenspinne baut nämlich keine Netze, in denen sich ihre Beute verfängt, sondern setzt auf eine Lauerjagdmethode. Bei dieser Jagdmethode ist eine gute Tarnung Voraussetzung für den Jagderfolg. Der dichte Blütenstand des Gewöhnlichen Wasserdosts (Eupatorium cannabinum) eignet sich hervorragend für die Veränderliche Krabbenspinne, um sich zwischen den einzelnen Blütenköpfchen zu verstecken. Durch die roten Streifen am Hinterleib der Spinnen verschwimmen die Konturen der Spinne und verschmelzen mit den rosa Blüten. Zu den Beutetieren der Veränderlichen Krabbenspinne gehören blütenbesuchende Insekten sehr unterschiedlicher Größe aus vielen verschiedenen Familien, vor allem Fliegen, aber auch Bienen, Wespen, Hummeln und kleine Käfer. Das Spektrum der potentiellen Opfer ist daher auf den Blütenständen des Gemeinen Wasserdosts entsprechend groß. Fotos: M. Neitzke


Die Beutetiere der Veränderlichen Krabbenspinne sind häufig sehr viel größer als die Jägerin. Zu ihren Beutetieren zählen auch Schmetterlinge, wie der C-Falter (links) und das Landkärtchen (rechts), die beide von dem Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne in dem Blütenstand des Wasserdosts belauert werden. Fotos: M. Neitzke


Die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) kommt der zwischen den Körbchen des Wasserdosts gut getarnten Veränderlichen Krabbenspinne auf der Suche nach Nektar gefährlich nahe, kann aber letztendlich unbehelligt ihrer Wege ziehen. Fotos: M. Neitzke

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